Crossing the Bridge

02.04.2009: "Crossing the Bridge" ist ein Patenprojekt zwischen Mädchen der Oberstufe und Mädchen der Unterstufe am Leibniz Gymnasium in Wiesbaden. Wir möchten diese Mädchen begleiten und motivieren, das Abitur zu machen. Durch gemeinsame Ausflüge, wie zum Beispiel in das Mathematikum Gießen, versuchen wir Bildung und Spaß miteinander zu vereinen. Unser Ziel ist es, durch uns als Ansprechpartner den Mädchen ein Gefühl der Zusammengehörigkeit zu vermitteln. Wir helfen im Schulalltag, aber auch bei privaten Problem sind wir da.

Welche Leute sind an Eurem Projekt beteiligt und wie geschieht das?

Wir sind 23 Mädchen aus der Jahrgangsstufe 12, sowie 23 Mädchen aus den Jahrgangsstufen 6,7,8. Es werden bevorzugt Mädchen mit Migrationshintergrund, aber auch deutsche Mädchen mit sozial-schwachem Hintergrund gefördert.

Was sind die Ziele eures Projekts?

Wir machen das Projekt CTB, da uns die Intergrationsproblematik aufgefallen ist und wir helfen wollen benachteiligte Mädchen zu unterstützen und besser in das Schulleben und zu Gesellschaft zu integrieren. Außerdem wollen wir Kultur vermitteln und "Brücken bauen" zwischen "Ausländern" und "Deutschen".

Zukunftsperspektive:

Im November 2007 hat Nuray Karaca das Konzept entwickelt. 23 Schülerinnen der damals noch 11. Klasse entschieden sich, am Projekt teilzunehmen. Jedoch ist CTB momentan nur für Mädchen. Dies soll aber nicht so bleiben. Aufgrund der starken Anfrage möchten wir das Projekt langfristig anlegen und auch auf Jungen übertragen. Die Lehrer unserer Schule, unser derzeitiger Schuldirektor und auch Eltern der Teilnehmerinnen unterstützen und stützen unser Projekt. Dies stärkt und ermutigt uns, dass Projekt nächstes Jahr auf den neuen Jahrgang auszuweiten. Des Weiteren soll das Projekt auch in anderen Städten eingeführt werden. Geplant sind Treffen in Bad Camberg, Berlin und Frankfurt.


Erfahrungsbericht von Vanessa

Ich kann mich noch an den Tag erinnern, als Nuray durch die Klassen ging, um 11. Klässler für das Projekt "Crossing the Bridge-weil ich ein Mädchen bin" zu gewinnen.

"Wir werden uns mit der Stellung der Frau im 21. Jahrhundert und Integration beschäftigen." Ich wurde neugierig und wollte mehr erfahren. Schnell wurde mir klar, dass ich das Projekt mitgestalten und so Verantwortung übernehmen möchte. Auf die Informationsveranstaltung folgten zahlreiche Vorstandssitzungen, in denen unter anderem per Los entschieden wurde, welche Mädchen nun dabei sind. Schließlich gab es für 23 Plätze, 40 Bewerberinnen. Endlich war es soweit, wir wurden unseren Patenkindern vorgestellt. Das Buffet war schon aufgebaut und Nuray leitete einige Kennenlern- Spiele ein. Beeindruckt von dem ersten Treffen, freue ich mich nun auf die, die noch kommen werden.

Sie stellen sich bestimmt die Frage, welche Vorteile für Patin und Patenkind bestehen?

In diesem Zusammenhang möchte ich Ihnen mein Patenmädchen vorstellen. Ihr Name ist Buket, sie ist 10 Jahre alt und besucht zurzeit die 5. Klasse der Leibnizschule in Wiesbaden. Zusammen mit ihrer Mutter und ihrem 2 Jahre älteren Bruder wohnt sie in einem Vorort von Wiesbaden. Seit ein paar Jahren ist ihre Mutter allein erziehend und durch ihre Vollzeitbeschäftigung bleibt ihr nur der Abend mit ihren Kindern.

Hausaufgabenhilfe und Freizeit sind so schwer zu vereinen. Für sie ist das Projekt, neben dem Spaß, auch eine kleine Entlastung. Denn in der Zeit, in der sie noch in ihrem Büro ist, kann ich Buket schon bei den Hausaufgaben helfen.

Aber auch privat habe ich mich schon einige Male mit der Familie getroffen. Mit Bukets Bruder Ferit und ihrer Mutter Hülya verstehe ich mich sehr gut und stehe deshalb im ständigen Kontakt. Bei einem Familien-Grillen durfte ich auch ihre Familie kennen lernen. Nicht nur Buket bringt dieses Projekt viel, was zwar für uns natürlich an erster Stelle steht, auch mich bereichert Crossing-The-Bridge. Ich lerne Verantwortung zu übernehmen, es macht mich ein Stück selbstständiger und selbstbewusster.

Aber auch von den anderen Patinnen habe ich schon viele Erfolgserlebnisse gehört. Somit hat zum Beispiel Sophia aufgrund der Unterstützung ihrer Patin Myriam im Fach Englisch eine 2 in der letzten Arbeit geschrieben. Und auch Ana, Laura, Amélie und Sarah wurden von ihren Patenkindern angerufen, die selbständig auf die Idee kamen mit ihren Patinnen ein Eis essen zu gehen oder ins Kino zu gehen.

Ich hoffe, dass dieses Projekt auch über unsere Generation hinaus so erfolgreich weitergeführt werden kann.

Vanessa, Klasse 12, Leibnizschule Wiesbaden

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